Lepista nuda - Violetter Rötelritterling
Basidiomycetes
Polyporales
Fomitopsidaceae

Der 5-12 cm große fleischige Hut ist bei jungen Exemplaren anfangs kugelig und flacht mit zunehmenden Alter ab und erscheint schließlich teils eingedellt. Charakteristisch ist die blauviolette Färbung, die je nach Standort aber auch stark ins bräunliche übergehen kann. Die Huthaut ist kahl und glatt und blaßt bei trockener Witterung aus. Der Stiel ist mit einem Durchmesser von 1-2,5 cm und 5-10 cm Länge eher stämmig und zur Basis hin keulig angeschwollen. Die Färbung weicht kaum von der des Hutes ab, ist aber von feinen weiß bis silbrig gefaserten Flocken bedeckt. Im Stiel erscheint das Fleisch faserig, ansonsten ist es erstaunlich fest und blauviolett marmoriert (siehe Abbildung). Schneidet man den Fruchtkörper an, enströmt ein würzig - aromatischer Geruch, der Geschmack ist eher mild. Auch die anwachsenen, zum Stiel hin eingebuchteten, dicht gedrängten Lamellen erscheinen zunächst deutlich violett, beginnen aber mit zunehmenden Alter zu bräunen. Bei der Sporenreife gibt der Pilz ein blaßrosa bis fleischrötliches Sporenpulver ab, die elliptischen Sporen (6-8 x 4-5 µm) erscheinen rauh bis stachelig.

Der violette Rötelritterling ist als Saprophyt sowohl in Laub- als auch Nadelwäldern an nährstoffreichen Stellen zu finden und weit verbreitet. Seine Fruchtbildung ist nicht nur auf den Herbst beschränkt, sondern kann bereits im Frühjahr einsetzen. Die Aufnahmen entstanden im August 2000 in der Eifel im dichten Unterholz.

Verwechslungsgefahr: Lepista saeva wächst nur im Spätherbst und hat nur am Stiel eine violette Färbung, der würzige Geruch fehlt völlig. Lepista sordida ist kleiner, besitzt erheblich blassere Violettöne und riecht muffig. Im Gebirge Lepista glaucocana ebenfalls blaß violett. Alle Arten sind eßbar!

Vorsicht ist allerdings geboten bei der Verwechslung mit Arten der Gattung Cortinarius (Schleierlinge), da hier giftige Arten vertreten sind. Sie sind für erfahrene Pilzsammler deutlich an den Cortinaresten am Stiel und dem faserig wirkenden Hut zu unterscheiden.

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Der violette Rötelritterling ist ein ausgezeichneter Speisepilz und läßt sich leicht kultivieren. Dennoch gehört er nicht zu den bekannten Speisepilzen. Auf jeden Fall sollten die Fruchtkörper gebraten oder gekocht werden, da es zu Verdauungsproblemen kommen kann.

Erstellt am 21.01.2000